Alexander Rosen: Seine profitablen Transfers für die TSG Hoffenheim – Fußball

Mit Georginio Rutter wechselt ein weiterer Spieler der TSG Hoffenheim für viel Geld zu einem anderen Verein. Alexander Rosen, Vorstand Profifußball, bestätigt seinen Ruf als exzellenter Kaderplaner, sagt SWR-Sportredakteurin Kersten Eichhorn.

Das schafft selbst der beste Investmentbanker der Welt nicht: Aus 750.000 Euro wurden innerhalb von zwei Jahren knapp 40 Millionen Euro gemacht. Das gelang Fußballmanager Alexander Rosen mit seinem jüngsten Transfer-Coup und dem Verkauf von Georginio Rutter von Hoffenheim nach Leeds. Für eine Dreiviertelmillion hatte Rosen im Januar 2021 den Hochgeschwindigkeits-Jungdribbler aus Stade Rennes aus Frankreich geholt und transferierte ihn nun für rund die 50-fache Summe (!) in die Premier League.

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40-Millionen-Paket: Georginio Rutter verlässt Hoffenheim in Richtung England

Squad Chief Planner Alex Rosen

Der Deal ist das nächste „Meisterwerk“ von Hoffenheims Chef-Kaderplaner Alexander Rosen, der das Ausnahmetalent des damals 18-Jährigen mit den blonden Locken erkannte und ihn früh in den Kraichgau holte. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Rutters Persönlichkeit kein Einzelfall oder gar eine zufällige Verschiebung war. Seit Alexander Rosen vor fast einem Jahrzehnt am 2. April 2013 die Leitung der Profiabteilung der TSG übernommen hat, sind die Hoffenheimer in nahezu jedem Transferfenster als unbezahlte „Geldmultiplikatoren“ aktiv.

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Georginio Rutter (Foto: IMAGO, IMAGO / Jan Hübner)

Georginio Rutter


IMAGO



IMAGO / Jan Hübner


Wer sind die besten Transfers der TSG Hoffenheim?

Die Devise: Dank geschultem Auge, teilweise schon zu Rosen-Zeiten im Hoffenheimer Durchgang, billiges oder gekauftes Training, dann teuer und extrem profitabel verkauft. Hier die besten Beispiele: Roberto Firmino für 41 Millionen zum FC Liverpool, Niklas Süle (20 Millionen) und Sandro Wagner (13 Millionen) zum FC Bayern, Nico Schulz für 25 Millionen zu Borussia Dortmund, Kevin Volland (20 Millionen), Nadiem Amiri ( 9 Mio.) und Kerem Demirbay (32 Mio.) nach Leverkusen, Joelinton für 44 Mio. nach Newcastle, Gregor Kobel (7 Mio.) zum VfB Stuttgart, David Raum für 26 Mio. Euro zu RB Leipzig. Damit ist nun Georginio Rutter von den gemeldeten 40 Millionen für Leeds United ausgeschieden.

TSG Hoffenheim mit einer Plus-Ablöse von mehr als 200 Millionen Euro

Zusammen, so die Zahlen des Online-Portals transfermarkt.de, rund 250 Millionen Euro Transfereinnahmen. Und das nur für die erwähnte „Verkäufelfe“. Unterm Strich ist das eine Riesenaktion plus über 200 Millionen für die TSG. Zudem wurde Alexander Rosens Nachwuchstrainer Julian Nagelsmann für fünf Millionen Euro an RB Leipzig „verkauft“.

Rote Zahlen werden durch Überweisungen ausgeglichen

Mit dieser regelmäßigen Mittelbeschaffung durch eine kluge und geschickte Personalpolitik bestätigt sich Alexander Rosen Jahr für Jahr als finanzielle „Lebensversicherung“ für die TSG Hoffenheim. Die riesigen Transfereinnahmen machen im Haushalt seit Jahren rote Zahlen, vor allem während und nach der Corona-Phase. Nur so lässt sich die Bundesliga in der Sinsheimer Arena dauerhaft finanzieren.

Hoffenheim

Trainer André Breitenreiter mit einer Ankündigung für sein Team (Foto: IMAGO, TSG 1899 Hoffenheim)

Damit hatte die TSG Hoffenheim vor der Winterpause nicht gerechnet. Als wahnsinniger Neuling in der aggressiven und präzisen Fehleranalyse sollte sich das ändern.

Wo würde die TSG mit den verkauften Spielern stehen?

Eigentlich ist der regelmäßige Abverkauf von Hoffenheims besten Spielern schade. Aus sportlicher Sicht kann man sich nur vorstellen, mit welcher Mannschaft die TSG in der Bundesliga hätte mithalten können, wenn die genannten Experten den Kraichgau nicht verlassen und mit breiter Konkurrenz den nächsten Schritt – sportlich und finanziell – gegangen wären. Hoffenheim wäre Dauerkandidat in der Champions League.

Hoffenheim

Die TSG Hoffenheim bereitet sich im Trainingslager auf den Rest der Runde vor.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Die TSG Hoffenheim bereitet sich an der Algarve auf die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga vor. Trainer André Breitenreiter strahlt Ruhe aus. Und doch will er Klartext sprechen.


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Hoffenheim als interessanter Zwischenschritt nach oben

Frust über den regelmäßigen Sportausfall ist in den Hoffenheimer Planungsbüros noch fehl am Platz. Wie schmerzlich es für den Verein und die Fans ist, einen berühmten und lustigen Fußballer wie Georginio Rutter zu verlieren. Alexander Rosen und sein Team haben sich längst mit ihrem Geschäftsmodell abgefunden, sie kennen die Stellung der TSG Hoffenheim im Fußballgeschäft und die Chancenlosigkeit gegen die ganz Großen vor allem in der Bundesliga und der englischen Premier League Prison im Markt übersetzt . .

In Hoffenheim hat man also aus der Not einen Sieg gemacht: Der Kraichgau ist für Fußballer ein hochinteressanter Zwischenschritt zur besten Spitze. Die TSG wiederum profitiert von der enormen Wertsteigerung und die talentierten Spieler wurden teuer aus ihren Verträgen herausgekauft. Nicht nur Hoffenheim profitiert davon, dass gerade die sehr reichen Klubs in der Premier League ihre finanziellen Mittel längst verloren haben – siehe Freiburg und den 25-Millionen-Wechsel von Kevin Schade nach Brentford.

Wer kommt nach Rutter?

Nun spielt Hoffenheim als hoch angesehener „Trainerverein“ im positiven Sinne perfekt. Mit jungen Spielern, die sich aus dem eigenen Pool, aus der 2. Liga oder aus dem Ausland entwickeln. Der Transfercoup von Georginio Rutter ist nur das jüngste Beispiel, aber sicherlich nicht das letzte.

Immerhin hat die TSG mit dem ehemaligen Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler, dem bisherigen Chefscout des FC Bayern, einen weiteren Experten als neuen Spielerlizenzmanager verpflichtet. Die smarte Rückkehr des Schweizers in eine neue Rolle ist auch ein toller Schachzug von Alexander Rosen.

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