Anteilseigner entziehen HSV-Chef Jansen das Vertrauen | NDR.de – Sport

Stand: 08.11.2022 11:10 Uhr

Auf dem Fußballplatz läuft es gut beim HSV – in der Vereinsführung hingegen brodelt es. Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Marcell Jansen gerät immer mehr unter Druck. In einer E-Mail haben nun drei von sieben Aktionären ihr Vertrauen entzogen. Für Mittwoch ist eine Krisensitzung angesetzt.

Imageschaden des Vereins, Fehlbesetzungen im Aufsichtsrat, finanzielle Schwierigkeiten – die Anteilseigner machen Jansen nach Informationen von NDR 90,3 verantwortlich. Investor Klaus-Michael Kühne forderte kürzlich öffentlich die Entlassung des Ex-Profis. Am Mittwoch soll ein Treffen zwischen den Aktionären und dem HSV-Vorstand stattfinden.

Das Verhältnis zu Boldt verschlechterte sich

Jansen wirkt beim HSV isolierter. Diskussionen mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Wüstefeld, der inzwischen zurückgetreten ist, aber immer noch Gesellschafter ist, verärgerten viele Mitglieder, und es gab sogar einen Antrag auf Abwahl. Auch die Beziehung zu Solo-Regisseur Jonas Boldt gilt als zerrüttet.

In ihren E-Mails haben die drei Gesellschafter nun unter anderem die Entscheidung kritisiert, Jansen Detlef Dinsel ohne vorherige Information der Aktionäre in den Aufsichtsrat zu holen. Da der Präsident offenbar den Aufsichtsrat neu besetzen und seine Hauptkritiker Lena Schrum und Hans-Walter Peters loswerden will, gießt er Öl ins Feuer – Jansen forderte Kontinuität bei den Anteilseignern im Aufsichtsrat.

Heftiger Bruch mit Jansen

Gegenwind bekam der ehemalige Nationalspieler vor wenigen Tagen auch von Investor Kühne, der ihn öffentlich auszählte: „Er ist für die persönlichen Schluckaufe verantwortlich, die sich negativ auf den Verein auswirken. Ich will neue Leute, die von außen kommen. Wir brauchen einen Neuanfang“, sagte der 85-Jährige dem „Hamburger Abenblatt“.

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Der HSV hat endlich einen Rahmen verdient, in dem der Verein frei von ständigen finanziellen Sorgen und persönlichen Querelen ist.”
Klaus Michael Kühne

Neben der Ablösung Jansens diskutierte Kühne auch die Bestellung zweier neuer Vorstände. „Der HSV braucht einen starken Vorstandsvorsitzenden, der neben Marketing und Außendarstellung auch einen finanziellen übernimmt. Aufgrund der Bedeutung des Vereins möchte ich eine Art Dreigestirn“, sagte der Unternehmer, der 15,21 Prozent der HSV-Anteile hält vom HSV eV (75,10 Prozent) ist zweitgrößter Aktionär.

Was wird aus dem 120-Millionen-Euro-Angebot?

Im Kern dreht sich der HSV-Führungsstreit auch um die Frage, ob der Klub das 120-Millionen-Euro-Angebot von Klaus-Michael Kühne annehmen wird. Jansen will das nicht. Allerdings: Wirtschaftlich steckt der HSV erneut in der Flaute – und kann den notwendigen Stadionumbau kaum aus eigener Kraft stemmen.

Kühnes Angebot wird wohl ohne Jansen nicht auf dem Tisch bleiben – doch ein Rücktritt des 37-Jährigen scheint derzeit ausgeschlossen. Es ist aber auch unwahrscheinlich, dass es ihm gelingt, die Lage bis zur anstehenden Hauptversammlung Anfang Dezember zu beruhigen, auf der die Zusammensetzung des neuen Aufsichtsrats bekannt gegeben wird.

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Als Präsident des eV, der mit 75,1 Prozent größter Aktionär ist, hat Jansen mindestens einen Sitz im Kontrollgremium. Allerdings kann ihm nur die auf 90.000 angewachsene Mitgliederzahl bei einer ordentlichen oder außerordentlichen Mitgliederversammlung durch Abwahl sein Amt als Clubpräsident entziehen.

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Diese Inhalte im Programm:

NDR 90.3 Aktuell | 08.11.2022 | 08:00 Uhr

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